Sonntag, 28. Oktober 2012
Das gebrochene Versprechen
Am Freitag waren Sidney Verba und Kay L. Schlozman zu einem Vortrag an der Northwestern University, um ihr neues Buch vorzustellen. Die beiden dürften nicht jedermann bekannt sein, aber im Bereich der politischen Partizipationsforschung haben sie einen großen Namen. Sie zeigten sehr eindrucksvoll den besonderen Einfluß sozioökonomischer Ungleichheit auf alle Formen politischer Beteiligung in den USA. Zudem haben sie erstmals umfassende Informationen zu Interessengruppen und Lobbyorganisationen sowie deren Einfluß auf die Politik gesammelt. Das Thema ist zum einen besonders relevant, weil die USA eines der Länder mit der höchsten sozioökonomischen Ungleichheit innerhalb der OECD sind. Zum anderen zeigen zahlreiche Studien, daß die Politik offensichtlich stärker auf die aktiveren Bürger mit hohem sozioökonomischen Niveau reagiert. Der sozioökonmische Status (auf der Basis von Einkommen und Bildung) beeinflußt also die Gestaltung von Politik. Aus demokratietheoretischer Sicht ist dies bedenklich .
Insgesamt war der Vortrag gelungen und zeigte wieder einmal, daß man nicht unbedingt abgedrehte Methoden anwenden muß, um bedeutsame und relevante Ergebnisse zu generieren.
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