Viele Medien in Deutschland, insbesondere Zeitungen, schmücken sich damit, "unabhängig" und "überparteilich" zu sein. Auch wenn das in der Realität manchmal nicht stimmt - so gehört etwa meine Heimatzeitung "Lippische Landeszeitung" - mehrheitlich der Medienholding der SPD, so ist es doch in Deutschland eher unüblich, daß sich Medien offen zu einem Kandidaten oder eine Partei bekennen. Selbst die Gewerkschaften haben ja bei den letzten Bundestagswahlen nicht mehr offen die SPD unterstützt. In den USA ist das deutlich anders. Die Parteineigung von großen Fernsehsendern wie Fox oder MSNBC ist hinlänglich bekannt und spiegelt sich in deren Berichterstattung wider.
Auch die Chicago Tribune hat jetzt vor der Wahl Farbe bekannt. In einer langen Artikelserie wurden die Kandidaten für die verschiedenen Ämter miteinander verglichen und dann letztendlich jemand empfohlen. Seit dem Abschluß dieser Serie wird jetzt jeden Tag die komplette Liste in der Zeitung abgedruckt. Man darf sie auch mit in die Wahlkabine nehmen - bei den vielen verschiedenen Wahlen und Entscheidungen ist das auch notwendig.

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