Der Kampfeslärm und die Aufregung um die Wahl haben sich mittlerweile verzogen. Jetzt geht es gleich an die Arbeit für den wiedergewählten Präsidenten. Bis zum Jahresende muß nämlich die "Haushaltsklippe" angegangen werden. Gibt es keine Lösung für den Haushalt, treten automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft, um das ausufernde Haushaltsdefizit der USA unter Kontrolle zu bringen. Hier kann Obama (, aber auch die Republikaner, die ja die Mehrheit im Repräsentantenhaus haben) zeigen, wie ernst sie es damit meinen, Kompromisse "über den Gang" zu schließen.
Bei der Wahl und der Wahlberichterstattung sind mir einige Dinge aufgefallen, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Wie häufig bei Statistiken in den USA wird den absoluten Zahlen mehr Gewicht gegeben als Anteilen bzw. relativen Häufigkeiten. Also wurden immer die absoluten Differenzen zwischen den beiden Kandidaten kommentiert und diskutiert.
Überraschenderweise kamen (aktive) Politiker während der Übertragung kaum zu Wort. Während in Deutschland nahezu jeder, der etwas zu sagen hat bzw. denkt, daß er etwas zu sagen hat, vor das Mikrofon gezerrt wird, sind hier "Experten" bzw. Journalisten wesentlich wichtiger. Es war schon beeindruckend, mit was für einer Personalstärke CNN und Co. aktiv sind.
Sehr unterschiedlich ist auch der Focus auf teilweise sehr kleine geographische Einheiten. Da werden dann sehr detailliert einzelne Landkreise (Counties) angesehen und deren Ergebnisse interpretiert. Sehr gut finde ich auch, daß immer gezeigt wird, wieviel Prozent der Stimmen auf der jeweiligen Ebene ausgezählt sind.
Prognosen und Wahltagsbefragungen spielen natürlich auch in den USA eine bedeutende Rolle: Der große Held nach der Wahl ist Nate Silver, der mit seinem Modell die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl nahezu perfekt vorhergesagt hat.

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