Gestern abend war Rahm Emanuel, der Bürgermeister von Chicago und Absolvent der Northwestern University, auf dem Campus zu Gast, um im Rahmen der Reihe "One Book, One Northwestern" einen Vortrag zu halten. Der Saal war bei meiner Ankunft 15 Minuten vor dem Vortrag bereits überfüllt. Aber immerhin gab es einen anderen Hörsaal, in den der Vortrag übertragen wurde. Überraschenderweise kam der Bürgermeister dann doch zu uns, um sich zu zeigen und ein paar lockere Sprüche für das hauptsächlich studentische Publikum fallen zu lassen.
Der Vortrag selbst und die anschließenden vier Fragen waren eher enttäuschend. Im Grunde war das ganze eine Wahlkampfrede, die herausstellte, was Emanuel in seinen 18 Monaten Amtszeit bereits alles auf die Beine gestellt und bewegt hat. Wenn die Statistiken stimmen, dann ist die Bilanz wirklich nicht schlecht. Aber man merkte doch sehr deutlich, daß Emanuel ein arroganter Egomane ist und im Stil vieler Politiker auch nicht wirklich auf die Fragen einging. Besonders prominente Themen für ihn waren Bildung und die in Kürze erreichte Energie-Autarkie der USA, die alles zum Besseren wenden wird. Dann kommen auch die ganzen Industrie-Arbeitsplätze wieder in die USA zurück - Original-Ton Rahm Emanuel - da blieb mir nur noch ein Kopfschütteln, wie an einigen anderen Stellen. Wer die Rede sehen und hören möchte, findet sie hier.

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