Mittwoch, 9. Mai 2012

Toronto

Zu einer abschließenden Bewertung Torontos bin ich nach meinem Besuch dort noch nicht gekommen. Wenn man die Innenstadt sieht, ist es auf jeden Fall eine typische nordamerikanische Großstadt mit einer beeindruckenden Skyline. Mit dem CN-Turm steht dort auch das höchste Bauwerk der westlichen Welt.
Man merkt deutlich, daß Toronto und Kanada nicht so stark (oder überhaupt nicht?) von der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen wurden wie die USA. Eine so große Zahl an Baustellen und Baukränen habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Überall schießen neue Wolkenkratzer aus dem Boden, auf Kosten der alten Bausubstanz. Und fast an jeder Straßenecke stehen Schilder, die zur Besichtigung von Musterwohnungen einladen.
Die Bevölkerungszusammensetzung ist deutlich anders als in Chicago: Sehr viele Ostasiaten und Inder, viele Araber und Muslime, wenig Schwarze, nahezu keine Latinos. Insgesamt eine sehr heterogene Stadt mit noch deutlich stärker abgegrenzten Stadtteilen (Chinatown, Little Italy, Little Portugal, etc.). Da merkt man auch die massive Einwanderung der letzten Jahre.
Vom Relief und der geographischen Position der Stadt, ist Toronto auf jeden Fall toll gelegen. Allerdings befindet sich wie in so vielen Städten in Nordamerika die unvermeidliche Schnellstraße zwischen Innenstadt und (Ontario-)See. Aber wenigstens ist nicht alles flach wie ein Pfannkuchen, sondern es gibt Hügel und  tiefeingeschnittene Flußtäler.
Insgesamt wirkt die Stadt etwas englischer als die Städte in weiten Teilen der USA. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, daß Kanada erst seit 1931 wirklich selbständig ist. Bis 1982 wurden die Verfassungsänderungen sogar noch in London abgenickt(!).
Hier eine erste Impression aus meinem Hotelzimmer:

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