Donnerstag, 31. Mai 2012

Feld der Ehre

In den vergangenen Tagen war ich gleich zweimal im Soldier Field-Stadion. Am Samstag habe ich dort den Soldier Field 10 Mile-Lauf mitgemacht. Die Ziellinie war dabei die Mittellinie - mein erster Stadioneinlauf also. Da das ganze am Memorial Day-Wochenende stattfand, stand der Lauf auch ganz im Zeichen des Feiertags: Zahlreiche aktive Soldaten und Veteranen nahmen teil. Es gab einen kurzen Vortrag zum Thema Freiheit durch den Sprecher des Laufs, der darum bat, daß man doch bei jeder Meile an die Freiheit denken soll, für die Aktive, Veteranen und Gefallene gekämpft haben. Einige anwesende Veteranen wurden namentlich erwähnt und ihre Geschichte kurz erzählt.  "Taps" wurde gespielt - das ist das Trompetensolo, das für amerikanische Gefallene gespielt wird, bekannt aus diversen Filmen. Es gab Flaggen in jedem Startblock, die auch von Läufern während des Laufs getragen wurden, also mitliefen. Und natürlich wurde die Nationalhymne gesungen, dabei haben sich alle Läufer zu den Fahnen auf dem Stadion gedreht.


 Das Stadion selbst heißt nicht umsonst "Soldier Field" - bei seinem Bau wurde es den Gefallenen des 1. Weltkriegs geweiht. Auch jetzt gibt es noch zahlreiche Ehrenmale, Gedenktafeln und Bilder am, im und um das Stadion. Und das Stadion ist eines der wenigen Stadien in den nordamerikanischen Profiligen, das nicht nach einem Sponsor benannt oder umbenannt wurde.


 Heute war ich dann dort zum Fußballspiel zwischen Mexiko und Bosnien-Herzegowina. Überraschenderweise waren fast genauso viele Bosnier im Stadion wie Mexikaner. Das Spiel war in Ordnung, vor allem in der ersten Halbzeit. In der zweiten war es dann ein typisches Freundschaftsspiel, das durch viele Auswechslungen nicht mehr richtig flüssig war und nur wenig Sehenswertes bot. Sehr nervig war der Dauerregen. Trotz der klimatisch eher ungünstigen Lage Chicagos hat das Stadion nämlich gar kein Dach. So war man natürlich relativ schnell durchnäßt, die Hände steif und der Unterhaltungsfaktor getrübt. Der ab und zu hereinwehende Wind tat dann sein übriges. Am Ende siegte Mexiko 2:1. Das entscheidende Tor in der Nachspielzeit habe ich aber nicht mehr gesehen, da ich in der 84. Minute das Stadion verlassen habe - irgendwann war es einfach genug.


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