Samstag, 20. April 2013

Heiliger Ludwig

St. Louis liegt fast im geographischen Zentrum der USA und ist nach dem heiligen Ludwig benannt, der als Ludwig IX. König von Frankreich war. Der Namenspatron überrascht nicht, denn die Stadt wurde von den Franzosen am strategisch wichtigen Zusammenfluß von Mississippi und Missouri gegründet. 1803 kaufte Präsident Jefferson für wenig Geld das gesamte Louisiana-Territorium von den Franzosen - Napoleon brauchte Mittel für seine Kriege. Seitdem gehört die Stadt zu den USA und war der Ausgangspunkt für die Erschließung des Westens. Deswegen steht hier das Nationaldenkmal für die Westexpansion, ein etwa 200 Meter hoher Torbogen aus Stahl.



 Ansonsten war die Stadt ein Hauptziel deutscher Einwanderung und ist neben Milwaukee die Bierhauptstadt der USA (Zentrale von Anheuser-Busch).


 Hier fanden die Weltausstellung und die Olympischen Spiele 1904 statt, davon sind aber nur noch wenige Gebäude übrig, zum Beispiel das kostenlose Kunstmuseum.


Es gibt einige herausragende Universitäten, und neben Chicago war St. Louis mal der Eisenbahnknotenpunkt Nordamerikas. Der burginspirierte Bahnhof steht heute noch, Züge fahren aber aus der Bahnhofshalle keine mehr.


Die wenig überraschend dem heiligen Ludwig geweihte Kathedrale ist eine grandiose Mischung aus romanischen und byzantinischen Anleihen. Die Fertigstellung der Mosaiken hat mehrere Jahrzehnte gedauert.


Die Stadt hat ohne Zweifel schon bessere Zeiten gesehen (statt über 800.000 wohnen hier heute nur noch 320.000 Einwohner), aber die Innenstadt bietet viele Zeichen des Aufschwungs und hat mich positiv überrascht.

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