Die amerikanischen Parteitage gehen über mehrere Tage und folgen einer aufsteigenden Dramaturgie. Wie bei einem Musikfestival treten erst die "unwichtigen" Redner auf, am Ende des Abends dann die "wichtigen". Und über die Tage hinweg werden die "wichtigen" noch mal gesteigert. Heute waren die Hauptauftritte Condoleeza Rice, Außenministerin und Nationale Sicherheitsberaterin unter George Bush Jr., sowie der Vizepräsidentenkandidat Paul Ryan, aus Janesville, Wisconsin - für amerikanische Verhältnisse ist das von Chicago aus um die Ecke - der bereits seit vielen Jahren im Repräsentantenhaus in Washington sitzt. Beide Auftritte waren aus Parteianhängersicht sicherlich gelungen. Es gab deutlich mehr Applaus und Jubel als bei den Rednern gestern. Während die Rede von Rice auf Außen- und Sicherheitspolitik konzentriert war und sie ihre jahrelange Erfahrung in die Waagschale werfen konnte, schoß Ryan eine Breitseite auf Präsident Obama und seine vier Jahre Amtszeit ab. Ob alles stimmte, weiß ich nicht zu sagen, aber der Anstieg der Bundes-Verschuldung von 10 auf 16 Billionen Dollar von 2009 bis 2012 spricht wohl für sich.

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