Dienstag, 28. August 2012

Bundesparteitag, Teil 1

Heute war der erste Tag des Parteitags der Republikaner in Tampa Bay. Das ganze läuft doch ein wenig anders ab als ein Parteitag in Deutschland. Am Mittag wurde Mitt Romney einstimmig zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Danach trat ein Redner nach dem anderen auf, der die Leute anheizt, unterbrochen von Musikeinlagen. Der Höhepunkt des Abends waren die Rede von Mitt Romneys Frau Ann und die "Keynote speech" von Chris Christie, dem republikanischen Gouverneur von New Jersey.
Ann Romney hob vor allem die menschlichen Seiten ihres Mannes hervor und versuchte an die weiblichen Wähler zu appellieren, indem sie Familienwerte, deren alltägliche Probleme und die Rolle der Frauen und Mütter hervorhob. Das ganze ist vom deutschen Standpunkt eher ungewöhnlich, in Deutschland tritt der Mann von Angela Merkel schließlich nicht einmal öffentlich auf. Aber hier spielt die Familie eine große Rolle - gestern abend hatte Piers Morgan auf CNN ein ausführliches Interview mit den fünf Söhnen der Romneys.


Die Rede von Chris Christie war kämpferisch und gut. Da er es als Konservativer im "blauen" New Jersey zum Gouverneur geschafft hat, konnte er herausstellen, daß es auch einem Konservativen in einem liberalen Staat möglich ist, republikanische Politik zu machen - und das sogar parteiübergreifend: ausgeglichenes Budget und Bildungsreformen sind nur zwei Punkte, die er gelöst hat. Christie könnte mit seinem Profil und seinen Leistungen (vor seiner Zeit als Gouverneur hatte er als Generalstaatsanwalt die Korruption in New Jersey heftigst bekämpft) durchaus ein zukünftiger Präsidentschaftskandidat sein.

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