Am ersten Sonntag im Februar ist der Höhepunkt des amerikanischen Sportjahres. Das Endspiel ("Super Bowl") im American Football findet statt. Es geht um den Titel des "Weltmeisters", und aus diesem Anlaß versammelt sich die amerikanische Nation einträchtig vor dem Fernseher. In diesem Jahr wurde wieder ein neuer Zuschauerrekord erzielt. Neben dem Spiel selbst - die New York Giants besiegten die New England Patriots mit 21:17, sind die Höhepunkte die meist extra für den Anlaß gestalteten Werbespots und die Halbzeitshow. Bei letzterer gab es dieses Jahr mal wieder einen Skandal, weil das Unterdrückungssystem von NBC (zeitversetzte Ausstrahlung und Überblendung) nicht funktionierte - und so ein Stinkefinger einer Mitsängerin von Madonna zu sehen war.
Die Werbespots waren teils sehr unterhaltsam, aber auch sie sorgen jetzt für Diskussionen: Der Film von Chrysler mit Clint Eastwood wird zum Beispiel von beiden Parteien im Wahlkampf thematisiert. Enttäuschend fand ich die Siegesfeier. Außer viel Konfetti, Gatoradedusche und Pokal anfassen mit Interviews im Fernsehen war das nichts besonderes. Da feiert in Deutschland ein Fußball-Kreismeister mehr. Aber dafür gab es heute in New York die obligatorische Parade durch Manhattan mit Millionenpublikum am Straßenrand.
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