Letzte Woche habe ich dann endlich auch mal ein Spiel der Chicago Bulls im United Center gesehen. Die Show um das Spiel herum war grandios. Die Nationalhymne jagte wieder einmal Kälteschauer über den Rücken, die Mädels mit ihrer Seilspring-Nummer in der Pause waren grandios und auch die anderen Einlagen waren sehr gelungen. Das Spiel selbst war mittelmäßig bis schlecht. Ohne Derrick Rose, der noch immer verletzt ist, scheint die Mannschaft nur die Hälfte wert zu sein. Vielleicht kann man auch sagen, Gegner Detroit Pistons verlangte den Bulls auch nicht sonderlich viel ab.
Die Stimmung im Publikum war aber unterirdisch. Wer einmal in der Frankenhölle in Bamberg gewesen ist, weiß, wozu 7.000 fanatische Oberfranken fähig sind. 22.000 Chicagoer waren nicht ansatzweise fähig, für so etwas wie Stimmung zu sorgen. Das mag an der mangelnden Fan- und dominierenden Unterhaltungs- und Konsumkultur liegen - wenn man schon mindestens 90 Dollar pro Karte hinlegt, will man etwas geboten bekommen und sich nicht selbst die Seele aus dem Leib schreien. Es ist aber schon peinlich und traurig, wenn die T-Shirts ins Publikum schießenden McDonalds-Animateure oder das Auszeit-Unterhaltungsrennen zwischen Dunkin Coffee, Dunkin Donut und Dunkin Bagle auf der Projektionswand das Publikum zu mehr Begeisterung und Stimmung bringen als das Basketballspiel selbst. Meine letzte Hoffnung ist also der Fußball: Chicago Fire und Arne Friedrich, ich komme!


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen